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Die Schwanenblume |
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Butomus umbellatus L.
Wasserliesch, fälschlich Blumenbinse genannt, Familie: Schwanenblumengewächse (Butomaceae)
Zusammenfassung: Die Schwanenblume ist die Leipziger Auwaldpflanze 2008. Die attraktive »Stromtalpflanze« ist ein typischer Vertreter der Auen. Sie kommt als Pionierpflanze auf schlammigen und nährstoffreichen Böden vor, insbesondere bei stark wechselnden Wasserständen. Intensive Hochwasserschutzmaßnahmen berauben seit Jahrzehnten die Aue ihrer natürlichen Dynamik und ihrer Hochwasserrückhaltefunktion. Regelmäßiges Überfluten und Austrocknen der Uferbereiche in der Aue fehlen und gefährden das Vorkommen dieser typischen Auenart. Wegen ihrer Seltenheit im Leipziger Gebiet und der Dringlichkeit zum Schutz ihres Lebensraumes wurde die Schwanenblume zur Leipziger Auwaldpflanze 2008 gewählt.
Kennzeichen: Die Schwanenblume ist die einzige Art innerhalb der Gattung der Schwanenblumen (Butomus L.). Die stattliche Sumpfpflanze besitzt einen im Boden des Gewässers verankerten Wurzelstock (Rhizom). Auf einem bis zu 150 cm langen runden Stiel sitzen die 20 bis 50 blütigen Scheindolden. Ihre flaschengrünen langen Blätter stehen grundständig als Rosette. Der Gattungsname leitet sich aus dem Griechischen für bous = Rind, thuein = schneiden ab, da die Blätter irrtümlicherweise für scharfschneidig gehalten wurden, an denen sich Rinder verletzen könnten. Der Artname umbellatus weist auf den doldigen Blütenstand hin. Der deutsche Name leitet sich von der schwanenhalsartigen Form des Fruchtknotens ab.
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Foto: Uta Zäumer
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Foto: Uta Zäumer
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Standort: Als Standort liebt die Schwanenblume stehende und langsam fließende Gewässer wie Gräben, Bäche, Altwässer, Flussufer oder Teiche. Hier findet sie nährstoffreiche Schlammböden und bildet oft artenarme Bestände, die zu einer eigenen Pflanzengesellschaft, dem Schwanenblumenröhricht D. Schmidt 1981, gehören. Wie im Leipziger Grenzgraben zu beobachten ist, vergesellschaftet sich die Art z. B. mit dem Einfachen Igelkolben. Die Schwanenblume bevorzugt Bereiche mit stark wechselnden Wasserständen.
Blätter: Angepasst an wechselnde Wasserschwankungen werden verschiedene Blattformen ausgebildet. Die Überwasserblätter sind scharf dreikantig und verfügen über Durchlüftungskanäle. Sie sind ca. 1 cm breit und bis 100 cm lang, von der scheidigen Basis allmählich nach oben verschmälert und am Ende schwertförmig zugespitzt. Die Unterwasserblätter dagegen sind bandförmig und fluten im Wasser.
Blüten: Die einkeimblättrige Pflanze blüht von Juni bis August, da die einzelnen Blüten sich nacheinander öffnen. Die zwittrigen Blüten der Scheindolden stehen auf ungleich langen Stielen. An der Basis der Fruchtblätter befinden sich Drüsen. Diese produzieren Nektar, um die Bestäuber, wie Hummeln, Bienen oder Fliegen, anzulocken. Daher duften und schmecken sie nach Honig. Bei schlechtem Wetter, wenn die Insekten ausbleiben, ist auch Selbstbestäubung möglich.
Frucht: Die Art besitzt 6 oder 9 bis 10 mm lange bauchseitig aufspringende Balgfrüchte mit zahlreichen Samen.
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Foto: Uta Zäumer
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Ausbreitung: Die Samen werden durch das Wasser ausgebreitet. Die ausdauernde Art vermehrt sich auch ungeschlechtlich durch Brutknospen.
Rückgang und Gefährdung: In der »Roten Liste der Farn- und Samenpflanzen« wird sie für Sachsen als »gefährdet« eingestuft. In Leipzig ist sie »vom Aussterben bedroht«. Ursache des Rückgangs sind vorwiegend Entwässerungsmaßnahmen, Flussausbau und Überwachsung durch Ufer-Hochstauden oder Weidengebüsche.
Nutzung durch den Menschen: Die Art wurde früher als Heilpflanze genutzt. Wurzelstock und Samen sollten, innerlich angewandt, Wassersucht bekämpfen. In äußerlicher Anwendung galten sie als »auflösendes und erweichendes Mittel« (Steinleiden). Die Stängel wurden zum Flechten von Körben verwendet. Der Wurzelstock ist essbar, denn das Rhizom enthält bis zu 60 % Stärke, das zu Mehl verarbeitet werden kann. In Teilen Asiens wird das Rhizom noch heute als Nahrungsmittel genutzt. Die attraktive Art wird in Gärten auch gern als Zierpflanze kultiviert. Daher werden Schwanenblumen neuerdings aus falsch verstandener Naturliebe wieder in Uferregionen eingebracht und verändern damit das natürliche Artenvorkommen.
Verbreitung: Die Art kommt von Europa bis Ostasien vor und ist in Nordamerika eingebürgert. In Deutschland ist sie in allen Bundesländern in unterschiedlicher Häufigkeit zu finden. In Sachsen hat sie ihre Hauptverbreitung in den größeren Flussauen von Elbe, Mulde, Weißer Elster und Neiße, ist also eine typische »Stromtalpflanze«. Insgesamt ist sie in Sachsen im Rückgang, vor allem im nordwestsächsischen Raum ist sie gegenwärtig selten.
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© 2008 · Förderverein Auwaldstation und Schlosspark Lützschena e. V.
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